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05 | 09 | 2010
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Trennungsangst

Trennungsangst ist eine starke und inhaltlich unbegründete Angst von Kindern, sich von ihren engeren Bezugspersonen zu trennen. Häufig tritt sie zu Beginn der Kindergartenzeit (in der "Bringesituation") auf und vergeht dann oft nach wenigen Wochen. In einigen Fällen bleibt sie aber über längere Zeit bestehen, kann auch in der Schulzeit noch auftreten und sich oft auch auf andere Tagessituationen beziehen.

Symptomatik

Die betroffenen Kinder möchten morgens nicht zur Schule gehen, geben meist aber nicht ihre Angst als Begründung an, sondern entwickeln psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerz, Übelkeit, Bauchschmerz), die es Eltern ermöglichen, sie entweder gleich wegen Krankheit in der Schule zu entschuldigen, oder im Vormittagsverlauf abzuholen. Am Nachmittag kann (darf) die Mutter häufig nicht einkaufen gehen, wenn das Kind zu Hause ist, bei stärkerer Ausprägung nicht einmal in den Keller des Hauses. Die Kinder reagieren mit Unmutsäußerungen, Weinen, Schreien. Freunde werden stets nur nach Hause geholt, aber nicht besucht; übernachten kann das Kind auch nicht woanders. Geregelte Übernachtungen wie Schullandheimaufenthalte sorgen schon weit im Vorfeld für große Besorgnis.

Eine spezielle Ausprägung hat die Trennungsangst bei der "abendlichen Trennung", dem Einschlafen. Eltern betroffener Kinder "müssen" ihre Kinder über einen langgestreckten Zeitraum ins Bett bringen, bei ihnen im Bett liegen bis sie eingeschlafen sind oder zumindest in Sicht- oder Rufweite sein. Viele Kinder "wandern" nachts dann rüber ins Elternbett. Oder die Kinder gehen gleich von vornherein im Elternbett schlafen und verbringen dort die gesamte Nacht, was viele Väter sogar dazu bewegt, ihrerseits ins Kinderzimmer "umzuziehen". Auch hier münden Versuche der Eltern, das Problem jetzt endlich mal aus der Welt zu schaffen, mit Verweigerung, Weinen, Schreien des Kindes - es können sich regelrechte nächtliche Dramen abspielen, die die Eltern meist dazu bewegen, ihren Versuch aufzugeben und dem Kind seinen Willen zu lassen.

Eine andere Ausprägung der Trennungsangst ist die "Schulvermeidung", bei der das Kind in schweren Fällen sogar über Wochen oder Monate die Schule überhaupt nicht mehr besucht. Vordergründig sind es Bauchweh oder Übelkeit, manchmal auch Leistungsprobleme oder "Mobbing", häufig steckt dahinter aber vor allem die Angst des Kindes, von seinen Eltern getrennt zu sein.

Für das betroffene Kind bedeutet die Trennung von den Eltern ein Gefühl der Verunsicherung, das häufig so weit geht, dass das Kind befürchtet, der Mutter (dem Vater) könnte während der Zeit des Getrenntseins etwas zustoßen. Manche Kinder bestätigen im Gespräch, dass sie Angst haben, ihre Mutter könnte sterben, während die in der Schule sind.

Ursachen

Der Grund dafür, dass Eltern diese oft nervenaufreibenden Szenen mitmachen, ist, dass sie die Angst ihres Kindes spüren und sehen und ihm gerne helfen wollen. Wenn die vermeintliche Hilfe aber darin besteht, nachzugeben, ist es keine Hilfe, sondern es fördert das Verhalten des Kindes, indem das Kind darin bestätigt wird, dass es richtig und hilfreich war, sich so zu verhalten.